Willkommen bei der Hanseatischen Bildungsberatung

Ausgewählte Artikel im Hanseatischen Bildungsanzeiger

 

Oberstufe: Wird das Abitur immer wertloser?

Familienplanung: Der Einfluss des Namens auf Zensuren und Einkommenschancen

Gesellschaft: Sind Flüchtlinge in der Klasse meines Kindes ein Problem?

Finanzen: Mein Kind muss aufs Oberstufeninternat - wie man aus der finanziellen Zusatzbelastung der Kindesbildung steuerlich profitieren kann

Bildungsmanagement: Welche Klassengröße ist "gut"?

 

 


Hanseatischer Bildungs-anzeiger

Hier finden Sie die jüngsten Artikel des Hanseatischen Bildungsanzeigers.

Von Benjamin Scharkow.


Ist Nachhilfe Unsinn?

In einem Interview mit dem Spiegel zweifelt der Präsident des Lehrerverbandes, Josef Kraus, die Sinnhaftigkeit von Nachhilfeunterricht an. Ist also Nachhilfe sinnlos?

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Musik und Bildung

Immer wieder wird berichtet, dass Musik zu einer guten Erziehung dazugehört. Beispielsweise soll es die Intelligenz von Kindern erhöhen, wenn man ihnen während der Schwangerschaft klassische Musik vorspielt,  Doch was ist dran an solchen Aussagen?

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Die Pisa-Studie und was sie für das deutsche Bildungswesen bedeutet

Bei der PISA- Studie von 2012 erreichten deutsche Schüler in den Fächern Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften einen gehobenen Mittelfeldplatz. Ein gutes Ergebnis?

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Die Krux mit der Inklusion

Inklusion ist eines DER großen Schlagwörter in der aktuellen Bildungsszene und vermutlich das einzige mit tatsächlichen praktischen Konsequenzen. Inklusion heißt kurz gesagt die Integration von Kindern mit kleinen und großen Behinderungen im Unterrichtsalltag. Was zunächst wie ein edles Ziel klingt, kann in der Praxis zur Hölle für Ihr Kind werden.

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Werden Studierende immer dümmer?

Regelmäßig erhalten Eltern Horrormeldungen von Studiengängen aus dem MINT -Bereich (Naturwissenschaft, Informatik, Mathe, Technik) über die teils massiven Durchfallquoten in Mathematik.

 

Werden also die Studierenden immer dümmer?

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50 % eines Jahrganges fangen ein Studium an - nur 36% bringen es zu Ende.

Es ist mal wieder soweit - es ist Äpfel- und Birnenzeit bei der OECD. Denn dort wurde festgestellt, dass in Deutschland nicht nur zu wenig junge Menschen ein Studium anfangen, sondern noch weniger eines abschließen, was sogleich bei Spiegel Online als Problem gewertet wurde. Im folgenden Artikel wird untersucht, woran das liegt, und was das für Ihr Kind bedeuten kann.

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Wird mein Junge zum Taugenichts?Die 3 größten Gefahren.

Männer sind mittlerweile in allen Bildungseinrichtungen auf dem Rückzug. Selbst als wissenschaftliche Mitarbeiterin werden mittlerweile lieber Frauen eingestellt, aus dem gleichen Grund, weswegen sie zuvor bessere Zensuren erhalten und häufiger Abitur machen: Sie gelten als strebsam, fleißig und leicht integrierbar. Natürlich lässt sich gerne darüber diskutieren, wieso diese Tugenden im Bildungswesen von Vorteil sind, aber im echten Erwerbsleben die vergleichsweise schlampigen, rebellischen und nur eher ehrgeizig als fleißigen Männer sich leichter durchsetzen, doch überlassen wir diese Diskussion der EMMA.

Dieser Artikel richtet sich eher an Eltern, deren Söhne nicht später die Kurve kriegen, und davon gibt es reichlich, und handelt davon, wie man verhindern kann, dass der Sohn sozial absteigt, völlig verwahrlost, zum Dauerstudent- Schmarotzer wird oder einfach nichts auf die Reihe bekommt.

 

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Die Flüchtlingskrise und was sie für mein schulpflichtiges Kind bedeutet.

Das Beruhigende zuerst: Viele Bundesländer stellen mehr Lehrer ein. Davon sind viele zwar formal für den Unterricht für Deutsch als Fremdsprache vorgesehen, doch eingesetzt werden sie oft auch in normalen Klassen. Da viele Stellen keine Vertretungsstellen sind, kann man vermuten, dass in diesen Fällen die Bildungsminister die Situation clever genutzt haben, um von den Finanzministern mehr Ressourcen zu erhalten. Der Betreuungsschlüssel für Kinder mit deutscher Staatsbürgerschaft wird also besser.

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Sind Hausaufgaben Hausfriedensbruch? Der Faktencheck.

Im halb ironisch geschrieben Text "Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch" von Armin Himmelrath auf Spiegel Online wird zum zivilen Ungehorsam gegen Hausaufgaben aufgerufen.

 

[Sind Hausaufgaben sozial ungerecht?]

Dazu ist grundsätzlich zu sagen: Ja, Hausaufgaben sind sozial ungerecht, sofern sie nicht von einer Lehr- oder Hilfskraft betreut werden. Sie helfen im Regelfall tatsächlich jenen Kindern, die es wenig nötig haben.

 

[Sind Hausaufgaben pädagogisch sinnlos?]

In der Metastudie von Hattie (Visible Learning, 2008) schneiden Hausaufgaben nur mit 0,29 ab, was bedeutet, dass ein Kind ohne sie einen Lernrückstand von gut einem Monat pro Jahr anhäufen würde. Das ist ein vergleichsweiser schwacher Einfluss. Pädagogisch wirkungslos sind sie aber daher nicht, sie vergrößern die Leistungsunterschiede zwischen den Kindern, die sie machen, und den Kindern, die sie nicht machen. Das wiederum erschwert den Unterricht selbst.

 

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10 Dinge, die Sie beachten sollten, wenn Sie junge Flüchtlinge unterrichten

(Das Bild entstammt dem unten verlinkten Beitrag über Reziprokes Lernen von Heinz Dorlöchter)

Normalerweise äußere ich mich nicht zu praktischen Unterrichtsfragen; nahezu jeder Kollege und jede Kollegin weiß selbst, wie sie ihren Unterricht zu machen hat, und da mische ich mich grundsätzlich nicht ein.

Der folgende Ratgeber ist also eher für die vielen ungelernten Lehrer gedacht, die in diesen Monaten als Flüchtlingslehrer ins kalte Wasser geschmissen werden.

Ich selbst habe mein Referendariat an der ehemaligen zentralen Schule für Flüchtlingskinder in Hamburg gemacht, und kann daher einiges dazu beitragen, den unvermeidlichen Praxisschock zu bewältigen. Ich habe Gutes erlebt, wie fleißige und herzzerreißend bemühte Schüler und Schülerinnen, aber eine Messerstecherei kurz vor meiner ersten Lehrprobe hat mir geholfen, auch die schlechten Dinge wahrzunehmen.

 

 

1. Tipp: Als Faustregel gilt, dass je mehr Jungen in einer Klasse sind, je mehr aus bildungsfernen Schichten kommen und je mehr davon aus dem islamischen Raum kommen, desto besser sprechen sie auf eine autoritäre Klassenführung an. Versuchen Sie in einer Klasse voller junger Afghanen gar nicht erst, progressiven Unterricht zu machen, sondern zeigen Sie bei den unvermeidlichen Machtproben, dass die Schüler etwas von Ihnen wollen, wenn sie in Deutschland eine Bleibeperspektive haben wollen.

 

2. Tipp: Sie werden schnell merken, dass manche Schüler für unsere Gesellschaft mehr Bedrohung als Bereicherung werden können. Entgegen Ihrem guten Lehrerinstinkt, der Ihnen sagt, dass man niemanden abschreiben soll, sollten Sie die Störer frühzeitlich identifizieren und isolieren. Sie können nicht jeden retten, und sollten es auch nicht, wenn Ihnen das Wohl unserer Gesellschaft und das Wohl der vielen bemühten Einwanderer am Herzen liegt. Stellen Sie sich nämlich vor, was passiert, wenn diese Störer dank Drohung und Gewalt die Herrschaft über die Klasse übernehmen würden: Die wenigen, die fleißig lernen und angemessene Umgangsformen haben, würden in die Unterwerfung gemobbt werden. Das gilt besonders für Mädchen. Die Störer würden nicht nur ihre eigene Zukunft besiegeln, sondern zerstören auch aus Missgunst die der anderen. Andersherum scheuen Sie sich nicht, vorbildhafte Schüler zu privilegieren: Die Message für jeden muss sein: "Ordne dich unseren Regeln unter und bringe dabei Leistung - so läuft das in Deutschland, und wenn du das nicht kannst, gehörst du nicht hierher."

 

3. Tipp: Sollten Sie das Glück haben, in einer Klasse viele Mädchen oder Schüler aus gehobenen Schichten zu haben, nutzen Sie die Methode "Reziprokes Lernen", sobald es sinnvoll erscheint (also, wenn die Alphabetisierung geklappt hat und erste zusammenhängende Texte gelesen werden). Reziprokes Lernen ist super zum Verstehen von Texten, und erzwingt Lerngruppen, wo sich die Schüler gegenseitig helfen und etwas beibringen. Eine Warnung: Nutzen Sie die Methode nur in zivilisierten Klassen. Wenn hingegen die Klasse Rangordnungskämpfe miteinander und mit Ihnen austrägt, hilft nur die Durchsetzung strikter Disziplin.

 

4. Tipp: Nutzen Sie ein Lehrbuch und weichen Sie von ihm so selten wie möglich ab! Fremdsprachliche Schüler benötigen Struktur und die Möglichkeit, das Erlernte noch einmal sicher nachzuschlagen.

 

5. Tipp: Führen Sie eine ständige Vokabelliste an der Tafel/ an der Pinnwand. Wann immer ein Schüler eine Vokabel nicht kennt, soll er/ sie sich melden. Wenn möglich lassen Sie diese von einem anderen Schüler übersetzen. Alternativ darf der Schüler an Ihren Rechner/ an Ihr Tablet gehen, und sich vom Internet helfen lassen.

 

6. Tipp: Wenn die Schüler Ihnen besonderen Respekt erweisen, bestärken Sie diese darin, anstatt peinlich berührt sie abzuwimmeln. Wenn etwa die Klasse noch aufsteht, wenn das Klingelzeichen läutet, stehen Sie ebenso auf und zwingen Sie auch die 2 Verweigerer, mitaufzustehen. Gerade viele Jungen aus archaischen Kulturen denken, dass wer Respekt nicht einfordert, sich selbst nicht respektiert und daher anderen nichts beibringen kann.

 

7. Tipp: Ein Lehrer an meiner früheren Ausbildungsschule hatte zur Disziplinierung folgende Methode genutzt: Wenn jemand Mist baute, pfiff er mit seiner Schiedrichterpfeife, bei Wiederholung zeigte er Ihm  nach einer Verwarnung irgendwann die gelbe Karte. Bei der roten Karte wurde der Schüler zum "Vorgesetzten" (Abteilungsleiter) geschickt, der ihn für diesen Tag vom Unterricht freistellte. Bedenken Sie, dass eigenmächtiges Hinausstellen eine Verletzung der Aufsichtspflicht darstellt - und in der Tat demolieren hinausgestellte Jugendliche gerne Schuleigentum. Nutzen Sie im Falle der roten Karte lieber einen "Isoliertisch", an dem der Schüler mit dem Rücken und Abstand zur Klasse direkt die Tafel vorne begutachten kann.

 

8. Tipp: Wenn es sich allerdings um eine anständige Flüchtlingsklasse handelt, können Sie ab dem zweiten Jahr damit experimentieren, dass die Schüler im Kollektiv Regeln für den Klassenraum aufstellen, und dass ein wechselnder Schüler dann jeweils die Rolle des Regelwächters einnimmt.

 

9. Tipp: Wählen Sie sprachlich angemessene Texte zum Üben aus. Inhaltlich sollte die Arbeit einer Stunde mit 3-10 Sätzen langen durch die Schüler selbst verfasste Mini- Essays enden, die zum Thema haben, was in ihrer Heimat schiefgeht und wie deutsche Tugenden und Regeln helfen, dass es hier nie so schlimm und chaotisch wird. Wohlgemerkt: Ich neige weder zur Deutschtümelei, und persönlich habe ich sicher nicht den Ruf ein Fan von "deutschen" Tugenden zu sein, aber ohne die gelebte Einsicht der Schüler, dass man pünktlicher, strukturierter, strebsamer und gefolgsamer als die Deutschen sein muss, wird die Gesellschaft den meisten Flüchtlingen nie eine Chance geben.  Und Sie möchten doch, dass aus ihren Schülern was wird! Sprachlich angemessen, aber noch zu wenig tugendbetonend, sind die Texte der Jugendnachrichten von Logo des ZDF.

 

10. Tipp: Beteiligen Sie die Schüler an laizistischen Festen, aber ignorieren Sie religiöse Feste. Weihnachten und Nikolaus sind mittlerweile so kommerzialisiert, dass sie nicht wirklich mehr als christlich gelten müssen (es ist ja ohnehin ein eigentlich heidnisches Fest zur Feier der Wintersonnenwende). Gute Termine, um den Schülern mit Geschenken zu zeigen, dass sie bei aller notwendigen Härte willkommen sind, sind: Letzter Schultag vor dem Tag der deutschen Einheit, Nikolaus, Weihnachten, Frauentag etc.

 

Wenn Sie genug Mut haben, so schadet es nicht, auch mal bewusst am Ramadan Süßigkeiten, Obst und andere Leckerein zu verteilen: Sofern die Schüler nicht aggressiv reagieren, ist sowohl die Reaktion der höflichen Ablehnung (die die Impulskontrolle stärkt) als auch die des Sich- Bedienens (erster Schritt zur Aufgabe der bisherigen archaischen Sitten) gut. bs.

 

 

Ausgewählte archivierte Artikel (2014)